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    Geistererscheinung
    Im Anfange des Herbstes 1809 verbreitete sich in der Gegend von Schlan (einem Städtchen vier Meilen von Prag auf der Straße nach Sachsen) das Gerücht einer Geistererscheinung, die ein Bauernknabe aus Stredokluk (einem Dorfe auf dem halben Wege von Schlan nach Prag) gehabt habe. Dies Gerücht ward endlich so allgemein und so laut, daß endlich ein Hochlöbl.
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    An Wilhelmine
    Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt Des Glückes schöne Götterpflanze auf.
    Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
    Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten Und Taten in die offnen Furchen streun.
    Er soll des Glückes heil'gen Tempel sich Nicht mit Hermeos' Caduceus öffnen,
    Nicht wie ein Nabob seinen trägen Arm Nach der Erfüllung jedes Wunsches strecken.
    Er soll mit etwas den Genuß erkaufen, Wär's auch mit des Genusses Sehnsucht nur.

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    An meine Mutter I

    Ich bin's gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen, Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;
    Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe, Ich würde nicht die Augen niederschlagen.
    Doch, liebe Mutter, offen will ich's sagen: Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
    In deiner selig süßen, trauten Nähe Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.
    Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget, Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet, Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?
    Quält mich Erinnerung, daß ich verübet So manche Tat, die dir das Herz betrübet? Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?
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    Kindheit und Jugend

    Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Cornelia wuchs er in einem repräsentativen Haus in der Frankfurter Innenstadt auf.

    Der Vater war ein promovierter Jurist, lebte aber dank eines ererbten Vermögens als Privatier. Auch die Mutter kam aus wohlhabenden Verhältnissen. Ihr Vater, ebenfalls Jurist, hielt als Schultheiß das höchste Amt im Frankfurter Magistrat inne.
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    Glück und Traum

    Du hast uns oft im Traum gesehen
    Zusammen zum Altare gehen,
    Und dich als Frau, und mich als Mann.
    Oft nahm ich wachend deinem Munde
    In einer unbewachten Stunde,
    So viel man Küsse nehmen kann.
    Das reinste Glück, das wir empfunden,
    Die Wollust mancher reichen Stunden
    Floh wie die Zeit mit dem Genuß.
    Was hilft es mir, daß ich genieße?
    Wie Träume fliehn die wärmsten Küsse,
    Und alle Freude wie ein Kuß.
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    (Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter, Naturforscher)
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    Z I T A T
    Ich will, lieber Freund, ich verspreche dir's, ich will mich bessern, will nicht mehr ein bisschen Übel, das uns das Schicksal vorlegt, wiederkäuen, wie ich's immer getan habe; ich will das Gegenwärtige geniessen, und das Vergangene soll mir vergangen sein.
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