• Der menschliche Faktor

    Hast Du Dich einmal mit der Frage auseinander gesetzt, was Dir am allerwichtigsten ist im Leben? Was treibt Dich an? Was füllt Dich aus? Was ersehnst Du? Ist es vielleicht, eine tolle und begehrenswerte Frau oder einen erfolgreichen, attraktiven Mann zu haben? Oder ist es ein toller Beruf, bei dem Du Dich verwirklichen kannst? Oder möchtest Du in erster Linie Erfolg haben im Leben und Anerkennung durch andere bekommen?
    Ist Geld und Reichtum Dir wichtig? Oder gehörst Du eher zu den genügsamen Menschen, denen es reicht, den Alltag mit seinen kleinen und großen Herausforderungen einigermaßen unbeschadet zu bewältigen? Oder ist Dir alles egal und Du möchtest am liebsten einfach Deine Ruhe haben?

    Bei all den Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen habe ich gemerkt, dass man allein dadurch, über was und wie Menschen reden, sehr viel über sie erfahren kann. „Wes des Herz voll ist, des geht der Mund über“, steht schon in der Bibel.

    Es gibt Menschen, die reden viel von Geld und Besitz. Manche reden liebend gerne nur von sich. Andere scheinen sich mit nichts Anderem zu beschäftigen, als mit der Frage, wo sie den nächsten Urlaub verbringen werden und wo sie überall schon gewesen waren. Andere reden viel von Krankheiten – vor allem bei älteren Menschen ist mir dies aufgefallen. Es gibt Menschen, die reden viel vom Essen und viele reden über ihren Beruf und ihre Karriere. Und dann gibt es eine ganz spezielle Spezies, die viel reden aber eigentlich gar nichts sagen. Diese Sorte Menschen nennt man Politiker. Und dann gibt es auch Menschen, die reden eigentlich gar nicht oder kaum. Entweder, weil sie nichts zu sagen haben oder aber weil sie so weise sind, und es einfach gar nicht nötig haben, sich durch Reden zu profilieren.

    Tatsächlich finde ich die Verständigung unter den Menschen schwierig. Es fängt schon damit an, dass Männer und Frauen oftmals massive Verständigungsprobleme haben. Ich glaube wirklich, dass das Klischee stimmt, dass Frauen gefühlsbasiert und Männer eher faktenbasiert kommunizieren. Auch wenn mir jetzt die Genderideologen am liebsten eins über die Rübe geben wollen, so sage ich als Frau, dass es sehr wohl einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt. Darum soll es aber hier nicht gehen.

    Wenn man mich fragen würde, was mir am Wichtigsten ist im Leben, oder was mich antreibt, so würde ich mir wohl auch erst einmal schwer tun mit einer Antwort. Und es käme natürlich auch darauf an, wer mir diese Frage stellen würde. Die wenigsten Menschen stellen solche Fragen. Sie fragen lieber, was man beruflich macht oder wohin der nächste Urlaub geht. Träfe ich aber auf solch einen seltenen Menschen, der sich wirklich interessiert, dann freute ich mich und dann würde ich ihm wohl antworten, dass mir das Herz der Menschen, also die seelische (innere) Verbundenheit zu den Menschen am Wichtigsten ist. Ich meine diese seltene, innere Seelenverwandtschaft, die man ab und zu im Leben verspürt bei Menschen, denen man begegnet und mit denen man sich eben auf eine Art verbunden fühlt, ohne dies genau erklären oder an Tatsachen festmachen zu können. Das ist für mich immer ein Geschenk, auf solche Menschen zu treffen, obgleich dies leider nicht so häufig der Fall ist. Aber auch auf authentische Menschen zu treffen, empfinde ich als ein seltenes Geschenk. Ich meine damit Menschen, die sich und anderen nichts vormachen, sondern ihr Herz auf der Zunge tragen. Menschen, die sich nicht produzieren und glauben, sich selbst in ein besonders gutes Licht rücken zu müssen, um Anerkennung zu erlangen. Menschen meine ich, die echt und wahrhaftig sind. Diese sind für mich wahrlich mutige und wertvolle Menschen.

    Leider tun sich viele Menschen – vor allem oftmals Männer – schwer, über ihre Gefühle zu sprechen. Diese scheinen irgendwo ganz tief in ihnen vergraben zu sein. Ich meine jetzt nicht unbedingt Liebes-Gefühle zum anderen Geschlecht, sondern die eigene Wahrnehmung ihrer selbst, ihres Herzens. Für mich gibt es einen inneren und einen äußeren Menschen. Der innere Mensch ist es, der mich interessiert und den ich gerne kennenlernen möchte. Das, was wirklich ist und nicht das vorgeschobene, oberflächliche zur Schau gestellte. Tatsächlich glaube ich, dass wir Menschen dazu neigen, uns selbst eine Art Persönlichkeit anzuziehen und zuzulegen, so, wie wenn man ein Kleidungsstück überzieht. Manchmal jedoch können wir das oftmals viel zu große Kleidungsstück gar nicht ausfüllen und erscheinen jämmerlich und klein darin.
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Kein Schaf
      Kein Schaf -
      Wundervoll. Leider bin ich so einem Menschen noch nie begegnet
      Aber das liegt bestimmt an mir