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    Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz; eigentlich: René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke) war Lyriker deutscher Sprache. Mit seiner in den Neuen Gedichten vollendeten, von der bildenden Kunst beeinflussten Dinglyrik gilt er als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne.
    Aus Rilkes Werk sind etliche Erzählungen, ein Roman und Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik bekannt.
    Sein umfangreicher Briefwechsel gilt als wichtiger Bestandteil seines literarischen Schaffens.
    Eingang

    Wer du auch seist: am Abend tritt hinaus
    aus deiner Stube, drin du alles weißt;
    als letztes vor der Ferne liegt dein Haus:
    wer du auch seist.
    Mit deinen Augen, welche müde kaum
    von der verbrauchten Schwelle sich befrein,
    hebst du ganz langsam einen schwarzen Baum
    und stellst ihn vor den Himmel: schlank, allein.
    Und hast die Welt gemacht. Und sie ist groß
    und wie ein Wort, das noch im Schweigen reift.
    Und wie dein Wille ihren Sinn begreift,
    lassen sie deine Augen zärtllich los...


    Rainer Maria Rilke, 24.2.1900, Berlin-Schmargendorf

    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Schneeweißchen
      Schneeweißchen -
      Sehr, sehr schönes Gedicht! Geht sehr ans Herz. Sagte ich schon, dass ich Rilke liebe? Man kann ihn nur mit dem Herzen verstehen.