• Baruch de Spinoza

    Die Philosophie des Pantheismus

    Spinozas Werk Die Ethik markiert einen Bruch in der Philosophiegeschichte. Beeinflusst von René Descartes und dessen quasi mathematischer Methode der Wahrheitssuche, geht es Spinoza vor allem um die sittliche Vollkommenheit des Menschen, um das tugendhafte Leben – daher der Titel. Aber auch Fragen nach Gott, der Natur, der menschlichen Vernunft und den Leidenschaften sowie der menschlichen Freiheit werden angeschnitten; Die Ethik ist also auch ein Werk der Metaphysik, Kosmologie und Psychologie.
    Dabei kommt das Buch fast wie ein mathematisches Lehrwerk daher, mit Definitionen, Axiomen, durchnummerierten Lehrsätzen, Folgesätzen etc. Das Göttliche ist für Spinoza Teil der Moralphilosophie:
    Gott als die vollkommene und zugleich einzige Substanz, die alles Seiende umschließt. Alle Dinge sind in Gott – damit formulierte Spinoza zum ersten Mal pantheistische Ideen, die der herrschenden dualistischen Lehre (hier die Welt, dort Gott) widersprachen. Das machte Spinoza in den Augen seiner Gegner zu einem gefährlichen Atheisten. Heftige Anfeindungen waren die Folge, doch bekannten sich auch viele Dichter und Denker, etwa Lessing, Herder und Goethe, zum Spinozismus. Wer das Werk heute lesen will, muss sich auf intellektuelle Schwerarbeit gefasst machen.
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